SC Reckenfeld 1928 e.V.

SCR-Kegler setzen voll auf Sieg

Eine vermeintlich leicht zu nehmende Hürde wartet am Samstag (14 Uhr) auf die Zweitliga-Kegler des SC Reckenfeld. Zu Gast am Wittlerdamm ist die Zweitvertretung des SK Heiligenhaus, die in dieser Saison noch auf ihren ersten Punktgewinn wartet.

Die Reserve der „Heljens Red Lions“ tut sich in dieser Saison erwartbar schwer: Nach dem Weggang von Weltmeister Andre Laukmann aus der 1. Mannschaft und von Routinier Knut Martini aus der Zweiten war Heiligenhaus gezwungen, von unten aufzufüllen, worunter das Zweitliga-Team sportlich besonders leidet. Vor diesem Hintergrund erwartet SCR-Teamsprecher am Samstag eine klare Angelegenheit.

Nach seinem starken Comeback in Gelsenkirchen feiert Stefan Lampe sein Heim-Comeback am Wittlerdamm.

SCR: Andre Ahlers, Jonas van Raalte, Nick von Voss, Michael Schlüter, Stefan Lampe, Julian Geerdes.

Ersatzgeschwächt zum Zusatzpunkt

Ersatzgeschwächt und ohne große Ambitionen angereist, mit einem Punkt im Gepäck zurückgekehrt: Für die Zweitliga-Kegler des SC Reckenfeld hat sich die Fahrt zum KV Gelsenkirchen wider Erwarten gelohnt. Maßgeblichen Anteil daran hatten zwei Routiniers.

Andre Ahlers und Robin Graes hatten die Fahrt ins Ruhrgebiet nicht mit angetreten. Dafür sollte es im ersten Block die „geballte Erfahrung“ richten. Ein guter Plan, wie sich herausstellte, denn Michael Schlüter und Stefan Lampe setzten gleich zwei dicke Ausrufezeichen: Beide kamen mit starken 833 Holz ins Ziel und sorgten gegen Karsten Detert (843) und Erich Wolf (814) nicht nur für die ersten zwei Wertungen, sondern auch für eine überraschende Neun-Holz-Führung für die Gäste.

Auch im zweiten Block hielten Jonas van Raalte (818) und Nick von Voss (807) gegen Michael Pahsen (804) und Heiko Weidemann (828) den Anschluss. Danach fehlte dem SCR nur noch eine Wertung, um den im Vorfeld nicht für möglich gehaltenen Zusatzpunkt mitzunehmen. Die Aufgabe für Dieter Stumpe und Julian Geerdes lautete also: Einer musste Pahsens 804 Holz überspielen.

Während Stumpe (798) diese Marke knapp verfehlte, sorgte Geerdes mit 811 Holz für Jubel im SCR-Lager. Da spielte es dann auch keine Rolle, dass sich die Gelsenkirchener Michael Selge (878) und Dirk Stieglitz (849) in der Tageswertung noch ganz nach oben schoben. Mit dem 1:2 (31:47/ 4900:5016) hatten die Reckenfelder mehr erreicht, als sie im Vorfeld erhofft hatten.

Nach langer Verletzungspause war Stefan Lampe in Gelsenkirchen gleich einer der Matchwinner für den SCR.

Doppelspieltag zum Saisonstart

Neue Saison, neuer Anlauf und zum Auftakt gleich doppelt gefordert: Die Kegler des SC Reckenfeld starten am Wochenende in ihre siebte Zweitliga-Spielzeit. Und auch in der neuen Serie lautet die Zielsetzung für die Reckenfelder wieder ein Platz in den Playoffs.

Nun könnte man meinen, dass der SCR nach dem knapp verpassten Erstliga-Aufstieg in der abgelaufenen Saison dieses Mal reif sei für den Sprung ins Oberhaus. Doch das Personalkarussell hat in der Sommerpause einiges durcheinander gewirbelt – und einen alleinigen Favoriten zutage befördert: Erstliga-Absteiger GW 65 Rösrath wäre wohl schon in der bisherigen Besetzung ein knallharter Konkurrent im Titelrennen gewesen, hat sich aber nochmals namhaft verstärkt: Der vielfache Weltmeister Andre Laukmann wechselte vom Deutschen Meister SK Heiligenhaus zu den Rösrathern. Vom SKC Waldbrunn-Hadamar kam mit Timo Mandelik außerdem einer der stärksten Spieler der abgelaufenen Zweitliga-Saison in der Süd-Staffel. In dieser Besetzung dürfte im Aufstiegsrennen wohl kaum ein Weg an Rösrath vorbeiführen.

Wie stark das Team aus dem Bergischen Land ist, davon können sich die Reckenfelder bereits an diesem Sonntag überzeugen: Um 10 Uhr gibt der Top-Favorit seine Visitenkarte am Wittlerdamm ab. „Das wird für uns gleich ein echter Härtetest“, sagt SCR-Teamsprecher Andre Ahlers. Der SCR, bei dem sich anders als bei den Gästen in der Sommerpause personell nichts getan hat, tritt in Bestbesetzung an und hofft, zumindest beim Gesamtergebnis nicht in Bedrängnis zu geraten.

Dafür könnten sich die Reckenfelder einen Tag vor dem Spitzenspiel das nötige Selbstvertrauen holen, denn bereits am Samstag (14 Uhr, Wittlerdamm) bestreiten sie ihren Saisonauftakt gegen die SK Mülheim, die traditionell vor allem zu Hause stabil punktet, aber auswärts nur selten große Gefahr ausstrahlt. Nicht weniger als „ein überzeugendes 3:0“ fordert Ahlers in diesem Spiel von sich und seinen Teamkollegen. Zwei Aufgaben mit komplett unterschiedlichen Vorzeichen also für den SCR.

SCR: Andre Ahlers, Jonas van Raalte, Julian Geerdes, Robin Graes, Nick von Voss, Andre Penz, Michael Schlüter.

Ländervergleichskampf in Reckenfeld

Gut ein halbes Dutzend Nationalspieler, eine Vielzahl nationaler und internationaler Titelträger, darunter der Rekordweltmeister: Auf der Sportanlag am Wittlerdamm messen sich am Sonntag die besten Keglerinnen und Kegler aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Mittlerweile zum zweiten Mal ist der SC Reckenfeld Gastgeber dieses traditionsreichen Ländervergleichs. Und wie eigentlich immer in der jüngeren Vergangenheit gehen die beiden Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen als haushohe Favoriten ins Rennen – sowohl bei den Damen als auch bei den Herren.

Die Auswahl des Westdeutschen Keglerverbands wird angeführt vom vielfachen Weltmeister Andre Lauckmann, der in der Vorsaison mit dem SK Heiligenhaus Deutscher Meister wurde. Er wechselte in der Sommerpause überraschend zum Erstliga-Absteiger GW Rösrath, also einem Liga-Konkurrenten des SC Reckenfeld. Daneben bilden gleich drei Spieler des Erstligisten SK Kamp-Lintfort das Gerüst der NRW-Auswahl: Marcel Bernsee, Yannik Holzum und Chris Prante.

Für Niedersachsen starten mit dem U24-Weltmeister Arne Schierbaum, Alexander Patterson und Christoph Hösel
drei Spieler des Zweitliga-Aufsteigers
VOK Osnabrück. Die Rollen sind somit recht klar verteilt.

Bei den Damen gehen drei Spielerinnen des deutschen Vizemeisters SK Langenfeld-Solingen für NRW
ins Rennen: die U24-Weltmeisterinnen
Laura Panneck und Anna Ribbers
sowie Nationalspielerin Sandra Zimmer. Die ebenfalls WM-erfahrene Annika Hilkmann komplettiert das Quartett. Als herausragende Spielerin auf niedersächsischer Seite ist Marion Niehoff
zu nennen: Sie spielt bei KF Nordhorn
in der 3. Liga bei den Männern mit und schloss die abgelaufene Saison auf Platz drei der Einzelwertung der punktbesten Spieler ab. Sie wäre wohl für jeden Frauen-Bundesligisten eine Bereicherung.

Der Wettkampf beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr. Die Männer treten mit sechs, die Frauen mit vier Spielern an. Gespielt werden beide Vergleiche blockweise im Wechsel: Erst spielen die Männer ihren ersten Block, danach starten die Frauen, sodass beide Spiele gegen 15.30 Uhr beendet sein werden.
Kegelinteressierte Zuschauer sind herzlich willkommen.

Zweiter im NRW-Pokal

Und schon wieder Platz zwei: Die Kegler des SC Reckenfeld haben in dieser Saison ganz offensichtlich ein „Vize“-Abo. Nach dem knapp verpassten Sprung in die 1. Bundesliga durch Rang zwei in den entscheidenden Playoffs reichte es auch im Pokalfinale „nur“ zu Silber. In diesem Fall muss man allerdings sagen, dass diese Platzierung angesichts der Konkurrenz im Endspiel das Optimum war.

Erwartungsgemäß marschierte der Deutsche Meister SK Heiligenhaus im Finale der verbliebenen vier Teams einsam vorneweg, allen voran der vielfache Weltmeister Andre Laukmann, der auf der Anlage im „Rainbowpark“ in Wuppertal mit 934 Holz einen neuen Bahnrekord aufstellte. Doch auch seine Teamkollegen Raphael Kerkhoff (909 Holz), Marcel Grote (886) und Marcel Schneimann, der nach 90 Wurf durch Vincent Muschalik ersetzt wurde, (zusammen 877) erzielten durch die Bank Top-Ergebnisse, so dass am Ende für den Favoriten starke 3606 Holz zu Buche standen.

Dahinter aber lieferte sich der SCR ein spannendes Duell mit dem Erstliga-Absteiger CfK GW Rösrath. Die Rösrather Lars Kirschbaum (874), Benjamin Schmitz (856) und Sven Habeth (852) sowie die Reckenfelder Julian Geerdes (864), Andre Ahlers (864) und Jonas van Raalte (856) schenkten sich leistungsmäßig nichts. Matchwinner für den SCR war Nick von Voss, der mit 907 Holz als einziger Nicht-Heiligenhauser die 900er-Marke knackte. Rösraths Dominik Schmitz blieb mit 899 Holz knapp darunter – und so hatte der SCR im Duell der künftigen Zweitliga-Konkurrenten mit 3491:3481 Holz hauchdünn die Nase vorn. Die Drittliga-Mannschaft des SK Langenfeld/Solingen 2 kam als vierter Finalteilnehmer auf respektable 3300 Holz.  

Rösrath und Reckenfeld werden sich vermutlich schon in ein paar Wochen erneut über den Weg laufen. Dann in der 2. Liga – und mutmaßlich unter ganz anderen Vorzeichen. Denn personell soll sich – so ist zu hören – bei dem Team aus dem Bergischen einiges tun.

Platz Zwei im Pokalfinale