SC Reckenfeld 1928 e.V.

SCR 2 schnuppert kurz an der Überraschung

Der Drittligist wehrte sich tapfer, war am Ende aber ohne Chance: Im Halbfinale des Pokalwettbewerbs verlor die 2. Mannschaft der SCR-Kegler am Mittwochabend standesgemäß gegen den amtierenden Deutschen Meister SK Heiligenhaus mit 3358:3483 Holz.

Der vielfache Weltmeister Andre Laukmann unterstrich in diesem Spiel eindrucksvoll seine absolute Ausnahmestellung in dieser Sportart. Lediglich auf seiner ersten Bahn tat sich Laukmann, der erst vor zwei Wochen seine Titelsammlung um zwei weitere WM-Goldmedaillen erweitert hatte, etwas schwer: „Nur“ 219 Holz spielte er auf Bahn 1. Danach ließ er drei Bahnen mit herausragenden Zahlen zwischen 240 und 244 Holz folgen – da konnten fachkundige Kegelsport-Anhänger ebenso wie neugierige Gelegenheitszuschauer am Wittlerdamm nur staunen. Am Ende blieb das Zählwerk für ihn bei 943 Holz stehen. Immerhin: der von SCR-Topspieler Andre Ahlers gehaltene Bahnrekord hat damit weiterhin Bestand.

Mit ebenfalls starken 895 Holz sorgte Reckenfelds Leihgabe aus der 1. Mannschaft, Julian Geerdes, dafür, dass sich der Rückstand noch in Grenzen hielt. Denn Andre Penz für den SCR (826 Holz) und Vincent Muschalik für Heiligenhaus (830) spielten auf einem Level. 52 Holz Rückstand nach dem ersten Block – damit konnten die Reckenfelder leben.

Im zweiten Block kam dann sogar richtig Stimmung auf, weil für die Gäste Raphael Kerkhoff mit einer schwachen 180er-Bahn begann, so dass der SCR wieder näher ran rückte. Und auf der vorletzten Bahn lag Heiligenhaus urplötzlich nur noch mit fünf Holz vorne. Doch in dieser Situation zeigte sich der Qualitätsvorsprung des Erstligisten: Kerkhoff und Nationalspieler Marcel Grote legten eine Schippe drauf, zogen unaufhaltsam davon und kamen mit 831 bzw. 879 Holz ins Ziel. Dieter Stumpe (825) und Udo Reinker (812) komplettierten das das ordentliche Ergebnis des SCR-Quartetts. Solide – aber für den Deutschen Meister reichte das am Ende nicht.

Die Rollen im Pokalfinale in Wuppertal sind damit klar verteilt: Heiligenhaus geht auch hier als klarer Favorit ins Rennen. Außenseiterchancen haben Erstliga-Absteiger CfK Rösrath und die Zweitliga-Mannschaft des SC Reckenfeld, die sich jüngst mit einem Sieg beim RSV Remscheid für die Schlussrunde qualifiziert hat. Das Finalfeld komplettiert Regionalligist SK Langenfeld/Solingen 2.

SCR 2 & SK Heiligenhaus 1

Der deutsche Meister kommt zum Pokalspiel

Nach der WM geht’s nach Reckenfeld: Vor etwas mehr als einer Woche kämpften die besten Kegler der Welt noch um Gold, Silber und Bronze. Nun zeigen zwei von ihnen – mit sechs frisch errungenen Medaillen dekoriert – am Wittlerdamm ihr Können. Im Pokalwettbewerb trifft die 2. Mannschaft des SCR am Mittwoch (18.30 Uhr) auf den Deutschen Meister SK Heiligenhaus.
Eine Partie auf Augenhöhe darf man hier sicher nicht erwarten. Die “Heljens Red Lions”, wie sie sich selbst nennen, gewannen in der abgelaufenen Bundesliga-Saison auf dem Weg zum Meistertitel fünf ihrer neun Auswärtsspiele und werden mutmaßlich auch auf der SCR-Anlage einige Top-Zahlen erzielen. Besonders gespannt sein darf man natürlich, wie Andre Laukmann die Reckenfelder Bahnen triftt. Der wohl weltbeste Spieler der letzten Jahre hat seine umfangreiche Medaillensammlung jüngst um zweimal WM-Gold und einmal Silber erweitert. Insgesamt sammelte Laukmann im Laufe seiner Karriere bereits mehr zwei Dutzend Weltmeister-Titel in den unterschiedlichen Disziplinen. Sein Heiligenhauser Teamkollege Marcel Grote kehrte ebenfalls dreifach dekoriert von der WM nach Hause: Er sammelte dort zweimal Silber und einmal Bronze. Und auch darüber hinaus hat das Team aus dem Niederbergischen Land mit Spielern wie Marcel Schneimann, Robin Holler und Raphael Kerkhoff einige 900er-Kandidaten in der Hinterhand. Man darf gespannt sein, mit welchem Quartett – im Pokalwettbewerb wird anders als in der Bundesliga mit Vierermannschaften gespielt – die Red Lions antreten.
Dass die SCR-Reserve trotz der klaren Außenseiterrolle die Partie nicht kampflos herschenken will, zeigt allein die Tatsache, dass die 1. Mannschaft in ihrem Pokalspiel Julian Geerdes “geschont” hat, so dass er nun in der Zweiten eingesetzt werden darf. Daneben versuchen Dieter Stumpe, Andre Penz und Udo Reinker, den Favoriten zumindest ein wenig zu ärgern.

Pflichtsieg zum Abschluss

Pflichtsieg eingefahren – mehr saß nicht drin: Die Kegler des SC Reckenfeld haben die Zweitliga-Saison mit dem erwarteten Playoff-Heimerfolg abgeschlossen. Die Freude bei den Reckenfeldern hielt sich allerdings in Grenzen, denn am Ausgang der Aufstiegsrunde änderte dieses Ergebnis nichts mehr. Und so blieb dem SCR nichts anderes übrig, als der TG Herford zur Rückkehr in die 1. Bundesliga zu gratulieren.

Ein verdienter Erfolg ­– da waren sich am Samstag alle einig. Denn die Ostwestfalen gewannen in den Playoffs nicht nur ihr Heimspiel pflichtgemäß, sondern wurden in den drei anderen Durchgängen jeweils Zweiter hinter dem Gastgeber – so auch beim Saisonfinale am Wittlerdamm, wo die Herforder einmal mehr all ihre Erfahrung und spielerische Klasse in die Waagschale warfen. Allen voran Nationalspieler Raffael Tönsmann, der mit 877 Holz eine Top-Zahl ablieferte. Besser machten es am Samstag nur die beiden Reckenfelder Andre Ahlers (924 Holz) und Jonas van Raalte (881).

Auf Seiten des SCR fiel zum Saisonabschluss niemand nach unten ab: Julian Geerdes (854), Nick von Voss (841), Michael Schlüter (844) und Robin Graes (875) platzierten sich allesamt in der oberen Hälfte der Einzelwertungsliste und schraubten das SCR-Ergebnis am Ende auf 5219 Holz. Der künftige Erstligist Herford kam auf 5001 Holz vor KV Gelsenkirchen (4922) und KV BW Sontra (4726).

Die Reckenfelder hatten ihre gute Ausgangsposition aus der Normalrunde bereits vor zwei Wochen beim Playoff-Auftakt in Sontra aus der Hand gegeben, als sie lediglich als Vierte ins Ziel kamen. Schon da hatte sich abgezeichnet, dass die TG Herford in der entscheidenden Saisonphase hellwach und in Top-Verfassung war, um nach einem Jahr die Rückkehr in Eliteliga fix zu machen. Und so war schon vor dem finalen Durchgang klar, dass der SCR ein weiteres Jahr zweitklassig bleibt.

Umso erfreulicher aus Reckenfelder Sicht, dass am Samstag etliche Zuschauer „ihr“ Team noch einmal lautstark anfeuerten und für eine starke Saison feierten. Aufmunternde Worte gab es auch von den Herforder Siegern: „Euch gehört die Zukunft“, hieß es da. Die Enttäuschung im SCR-Lager ließ sich damit jedoch nicht vertreiben. Trotzdem versprach Teamsprecher Andre Ahlers einen neuen Anlauf in der nächsten Saison.

Gemeinsamer Abschluss nach der Aufstiegsrunde zur 1. Liga: Die Mannschaften der TG Herford, des SC Reckenfeld, des KV Gelsenkirchen und der KV BW Sontra. (Foto: Reinker)

Meisterrennen frühzeitig entschieden

Die Vorfreude aufs kommende Wochenende war groß: Beim SC Reckenfeld hatten sich alle ein packendes Finale um den Aufstieg in die 1. Liga gewünscht. Doch daraus wird nichts. Nach drei Playoff-Spielen steht fest, dass die Reckenfelder Sportkegler am Samstag nur als Gastgeber und Gratulanten auftreten werden. Ein solider Auftritt in Gelsenkirchen und eine gute Leistung in Herford reichten am Doppelspieltag nicht, um den verkorksten Playoff-Auftakt aus Sontra zu korrigieren.

Um noch einmal ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können, hätte der SCR am Wochenende zumindest einmal vor Herford landen müssen. In Gelsenkirchen machte die TG Herford diese Hoffnung frühzeitig zunichte: Raffael Tönsmann (911 Holz), Thomas Klein (851) und Uwe Hippert (878) legten für den Zweitplatzierten der abgelaufenen Normalrunde drei Zahlen aufs Gelsenkirchener Kunststoffgeläuf, die an diesem Tag für keinen SCR-Spieler erreichbar waren. Robin Graes kam an seinem 26. Geburtstag mit einer guten zweiten Hälfte auf solide 835 Holz. Noch schwerer taten sich Andre Ahlers (798), Jonas van Raalte in seinem 100. Zweitliga-Spiel (815) und Nick von Voss (807). Zu diesem Zeitpunkt war die Luft bereits raus, auch wenn Michael Schlüter mit starken 849 Holz gegen Herfords Thomas Schöttker (772) nochmal Boden gutmachen konnte. Doch das reichte natürlich nicht, um Dieter Stumpe (793) für den Schlussblock ernsthafte Ambitionen mit auf den Weg zu geben.

Herford war am Ende mit 5063 Holz deutlich näher dran, Gastgeber KV Gelsenkirchen (5123) hinter sich zu lassen, als vom SCR (4897) eingeholt zu werden. Nur die KV Sontra (4809) konnten die Reckenfelder in Schach halten. Das bedeutete, dass der SCR am Sonntag in Herford gewinnen musste, um das Aufstiegsrennen offen zu halten. Und tatsächlich hielt das Team im Sportpark Waldfrieden endlich so dagegen, wie man sich das während der gesamten Playoffs gewünscht hätte. Bis zum fünften Kegler wechselte die Führung zwischen Gastgeber Herford und Herausforderer Reckenfeld hin und her: Graes (852), van Raalte (815), Julian Geerdes (857), Ahlers (834) und von Voss (832) warfen alles in die Waagschale. Nach hinten raus ging dem SCR dann jedoch die Puste aus, und für Herford brachte Alexander Mirus (847) den Sieg gegen Dieter Stumpe (752) am Ende sicher ins Ziel: Der Gastgeber (5067) behauptete sich vor dem SCR (4942), Gelsenkirchen (4801) und Sontra (4801).

In der Playoff-Tabelle haben die Ostwestfalen damit jetzt drei Punkte Vorsprung und obendrein die deutlich bessere Unterwertung. Ein Führungswechsel ist zum Saisonfinale am Wittlerdamm nur noch rein rechnerisch möglich. In der Praxis bleibt den Reckenfeldern damit am Samstag nur die Rolle des Gastgebers für das Schaulaufen des künftigen Erstligisten. Feiern dürfen dann die Herforder.

Doppelspieltag in der Meisterrunde

Der kapitale Fehlstart in die Playoffs hat den Keglern des SC Reckenfeld massiv aufs Gemüt geschlagen. Mit dem vierten und letzten Platz in Sontra haben die Reckenfelder ihre gute Ausgangsposition aus der Hand gegeben. Die Leistung am vergangenen Wochenende? „Nicht schlecht, aber so herrlich durchschnittlich, dass es anderswo wohl nur zu einer Teilnehmer-Urkunde gereicht hätte“, fasste es SCR-Spieler Robin Graes treffend auf dem Mannschafts-Insta-Account zusammen.

Es gilt nun, diesen Rückschlag schnellstmöglich aus den Köpfen zu bekommen vor dem vielleicht schon entscheidenden Doppelspieltag in Gelsenkirchen (Samstag) und Herford (Sonntag). Um die Minimalchance auf den Erstliga-Aufstieg zu wahren, müssen die Reckenfelder in mindestens einem dieser Spiele vor Herford bleiben. Eine echte Herausforderung, zählen doch die Bahnen in Gelsenkirchen wahrlich nicht zu den Favoriten der SCR-Kegler. In der abgelaufenen Spielzeit waren die Herforder „auf Schalke“ mehr als 100 Holz besser als die Reckenfelder. Bleibt als Strohhalm also nur die Phrase, dass Playoffs ihre eigenen Gesetze haben – wie der SCR gerade erst in Sontra schmerzlich erfahren musste. „Wenn die Konkurrenz schwächelt, müssen wir zur Stelle sein“, sagt SCR-Teamsprecher Andre Ahlers.

SCR: Ahlers, van Raalte, von Voss, Schlüter, Graes, Geerdes, Stumpe