SC Reckenfeld 1928 e.V.

Ernüchterung bei den SCR-Keglern

Das hatte man sich ganz anders vorgestellt. Wo auf der Hinfahrt ins hessische Sontra noch Euphorie herrschte, machte sich auf der Heimreise Ernüchterung breit: Die Kegler des SC Reckenfeld haben zum Auftakt der Playoffs zur 1. Bundesliga ihre zuvor glänzende Ausgangsposition eingebüßt. Am ersten Spieltag der Aufstiegsrunde belegten die Reckenfelder, die als Führende ins Rennen gestartet waren, den vierten und letzten Platz. Entsprechend tief saß die Enttäuschung: „Mit einem einzigen Spiel haben wir die gesamte Saison kaputt gemacht“, stellte SCR-Teamsprecher Andre Ahlers resigniert fest.

Die TG Herford, die als Reckenfelds schärfster Aufstiegskonkurrent in die Playoffs gestartet war, und der andere Erstliga-Absteiger KV Gelsenkirchen spielten in Sontra ihre geballte Erfahrung und Abgezocktheit aus und setzten damit die junge SCR-Truppe unter Druck. Robin Graes mit starken 890 Holz, Nick von Voss (873) und Michael Schlüter (860) hielten nach Kräften dagegen. Doch Ahlers (852) und Jonas van Raalte (860) konnten dieses Mal nicht an ihre überragenden Leistungen aus dem Ligaspiel Mitte November anknüpfen, als sie jeweils mehr als 900 Holz erzielt hatten. „Einfach schlecht“, ging Ahlers anschließend hart mit sich ins Gericht.

Zumindest die Gelsenkirchener hätte der SCR noch in Schach halten können, denn auch das Team aus dem Ruhrgebiet leistete sich mit einem 816er-Ergebnis einen Ausrutscher. Doch Julian Geerdes, der sich schon im November schwer getan hatte auf den eigentlich ergiebigen Sontraer Bahnen, schaffte es als Schlusskegler nicht, den knappen Rückstand aufzuholen und damit wenigstens das Schlimmste zu verhindern. Seine 796 Holz standen am Ende symptomatisch für den völlig verkorksten Start des SCR-Sextetts.

Der Aufstieg ist für die Reckenfelder nun in weite Ferne gerückt: Mit sechs Punkten hat Herford nun alle Trümpfe in der Hand, der SCR hat wie Sontra einen Zähler weniger auf dem Konto. Es bräuchte aber schon eine wahre Leistungsexplosion am anstehenden Doppelspieltag in Gelsenkirchen (Samstag) und Herford (Sonntag), um nochmal oben angreifen zu können. Doch gerade die Bahnen „auf Schalke“ waren für die SCR-Kegler in der Vergangenheit stets ein unlösbares Rätsel. Wohl auch deshalb hat Andre Ahlers das Thema innerlich schon ein wenig abgehakt: „Wir müssen das jetzt irgendwie würdevoll zu Ende spielen“, lautet sein ernüchtertes Fazit.

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